Researchstudie (Anno) – CENIT AG - 15.04.2026
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 hat die CENIT AG einen leichten Umsatzanstieg von 1,1 % auf 209,51 Mio. € (VJ: 207,33 Mio. €) erzielt und damit die zum Halbjahr 2025 angepasste Unternehmensprognose leicht übertroffen. Das Wachstum war primär anorganisch durch die erstmalige Vollkonsolidierung von Analysis Prime geprägt, während es organisch einen leichten Rückgang gab. Schwierige Marktbedingungen, insbesondere in den für das Unternehmen wichtigen Branchen Automotive und Maschinenbau, verhinderten eine bessere Umsatzentwicklung.
Auf Ebene der Produktgruppen zeigt sich ein klarer struktureller Wandel hin zu margenstärkeren Erlösquellen. Besonders dynamisch entwickelten sich erneut die Umsätze mit Eigensoftware, die um 11,2 % auf 21,42 Mio. € (VJ: 19,27 Mio. €) stiegen und insbesondere im vierten Quartal einen deutlichen Wachstumsschub verzeichneten. Auch das Beratungs- und Servicegeschäft wuchs um 2,4 % auf 87,41 Mio. € (VJ: 85,34 Mio. €), was unter anderem auf den Beitrag von Analysis Prime zurückzuführen ist. Demgegenüber sanken die Umsätze im traditionell volumenstarken Fremdsoftwaregeschäft um 2,3 % auf 100,26 Mio. €, was die weiterhin verhaltene Investitionsbereitschaft widerspiegelt.
Trotz der auf 60,1 % (VJ: 58,8 %) verbesserten Rohertragsmarge wurde die Ergebnisentwicklung maßgeblich durch Sonderaufwendungen im Rahmen des Restrukturierungsprogramms „Project Performance“ in Höhe von rund 4,0 Mio. € belastet. Zusätzlich weist die Analysis Prime ein negatives Nachsteuerergebnis in Höhe von -2,0 Mio. € aus. Entsprechend sank das EBITDA deutlich auf 12,28 Mio. € (VJ: 17,26 Mio. €). Positiv zu bewerten ist jedoch die unterjährige Dynamik, da insbesondere im zweiten Halbjahr bereits erste Effizienzgewinne sichtbar wurden. Abschreibungen (inklusive Wertminderungen auf den Kundenstamm der Analysis Prime) belasteten zusätzlich das EBIT, welches auf 0,31 Mio. € (VJ: 7,38 Mio. €) zurückging. Erwähnenswert ist der starke Anstieg des operativen Cashflows auf 14,13 Mio. € (VJ: 10,34 Mio. €), der zum signifikanten Abbau von Bankverbindlichkeiten genutzt wurde.
Die Basis für die zukünftige Entwicklung bildet ein deutlich gestiegener Auftragsbestand (+15,3 % auf 93,5 Mio. €), eine stärkere Fokussierung auf größere und margenstärkere Projekte sowie eine optimierte Vertriebsstruktur. Ergänzend sorgen strukturelle Trends wie die Cloud-Migration, steigende wiederkehrende Einnahmen und die zunehmende Bedeutung KI-gestützter Lösungen für zusätzliche Wachstumsimpulse. Gleichzeitig bleibt das Management aufgrund externer Unsicherheiten und einer weiterhin volatilen Investitionsbereitschaft vorsichtig. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die CENIT AG mit Umsatzerlösen in Höhe von mindestens 210 Mio. € und einem EBITDA in Höhe von mindestens 18 Mio. €.
Unsere Schätzungen liegen leicht darüber und wir erwarten einen Umsatzanstieg auf 214,74 Mio. € sowie eine deutliche EBITDA-Verbesserung auf 19,13 Mio. €. Für die Folgejahre rechnen wir mit einem beschleunigten Umsatzwachstum von 6 % pro Jahr sowie mit einer sukzessiven Ausweitung der EBITDA-Marge auf über 10 %. Dies wird durch Skaleneffekte, den Wegfall von Sondereffekten und Effizienzsteigerungen getrieben.
Vorstandwechsel bei der CENIT AG: CEO Peter Schneck legt sein Mandat zum 30.04.2026 im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat nieder, nachdem er seit 2022 insbesondere die internationale Expansion und Wachstumsstrategie (u. a. acht Akquisitionen) sowie die Umsatzsteigerung auf zuletzt 209,5 Mio. € maßgeblich vorangetrieben hat. Zum 01.05.2026 übernimmt mit Martin Thiel, bisheriger COO, die CEO-Position, womit Kontinuität in der strategischen Neuausrichtung gewährleistet wird. Gleichzeitig rückt das Unternehmen stärker Themen wie Profitabilität, Konsolidierung und operative Exzellenz in den Fokus, auch vor dem Hintergrund des geplanten Wechsels in das Börsensegment Scale.
Im Rahmen des DCF-Bewertungsmodells haben wir ein Kursziel in Höhe von 16,00 € (bisher: 15,00 €) ermittelt. Wir vergeben weiterhin das Rating KAUFEN.