Investment im Fokus – PFISTERER Holding SE - 06.03.2026
Vorläufige Zahlen 2025: Starke Umsatz- und Ergeb-nissteigerung erreicht; Kursziel und Rating unverändert
Gemäß den aktuell veröffentlichten vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Ge-schäftsjahr 2025 hat die PFISTERER Holding SE (kurz: PFISTERER) ein Wachstum der Umsatzerlöse in Höhe von 17,5 % auf rund 450 Mio. € (VJ: 383,1 Mio. €) sowie einen überproportionalen Anstieg des bereinigten EBITDA um 23,8 % auf rund 80 Mio. € (VJ: 64,6 Mio. €) erzielt.
Damit dürften auf Umsatzebene im vierten Quartal 2025 Umsatzerlöse in Höhe von über 123 Mio. € (VJ: 98,0 Mio. €) und ein Umsatzanstieg von 25,9 % er-reicht worden sein. Unsere bisherigen Prognosen, in denen wir Umsatzerlöse von 114,23 Mio. € erwartet hatten, wurden damit übertroffen. Folglich liegen auch auf Gesamtjahresebene die vorläufigen Umsatzerlöse in Höhe von 450 Mio. € etwas über unseren bisherigen Erwartungen (GBC-Prognose: 440,86 Mio. €). Bereits mit der Veröffentlichung der Zahlen für die ersten neun Monate hatte PFISTERER einen über den Jahresverlauf hinweg steigenden Umsatz-trend aufgezeigt. Während die Umsätze des ersten Quartals noch von der Pro-duktionsverlagerung von Wunsiedel (Brand der Produktionsstätte) nach Kadaň betroffen waren, was einen Umsatzrückgang von 1,4 % verursachte, wurden in den darauffolgenden Quartalen Umsatzsteigerungen von jeweils über 25 % erwirtschaftet. Es ist davon auszugehen, dass die Bereiche HVA und MVA we-sentlich zur Umsatzdynamik beigetragen haben, während das OHL-Segment zum Jahresende hin von Aufholeffekten im Zuge des Produktionsanlaufs in Ka-daň profitiert haben dürfte.
Das um die Effekte des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms bereinigte EBITDA legte im vierten Quartal um 12,8 % auf rund 19,0 Mio. € (VJ: 16,81 Mio. €) zu. Im Vergleich zum erreichten Umsatzanstieg entspricht dies jedoch nur einer unter-proportionalen Ergebnisentwicklung. Wenn davon ausgegangen wird, dass die Effekte des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms tendenziell an Bedeutung verlie-ren, dürfte das EBITDA unserer Kalkulation zufolge im vierten Quartal 2025 auf etwa 18,5 Mio. € (VJ: 15,75 Mio. €) und damit auf Gesamtjahresebene auf rund 76,3 Mio. € (VJ: 60,15 Mio. €) steigen. Bislang hatten wir ein etwas höheres E-BITDA in Höhe von 78,00 Mio. € prognostiziert.
Die insgesamt sehr positive Entwicklung des abgelaufenen Geschäftsjahres wird gemäß den vorläufigen Zahlen von einem starken Anstieg des adjustierten operativen Cashflows auf 58 Mio. € (VJ: 42,59 Mio. €) abgerundet. Dem stehen erwartungsgemäß Investitionen in Kapazitätserweiterungen und den Bau des HVDC-Labors sowie Liquiditätsabflüsse für den Erwerb der CSL-Gruppe ent-gegen, was zu einem Anstieg des Investitionscashflows auf über 38 Mio. € (VJ: 17,92 Mio. €) führte.
Die vorläufigen Zahlen liegen damit weitestgehend im Rahmen unserer Erwar-tungen, wenngleich das EBITDA etwas schwächer als erwartet ausgefallen ist. Aufgrund des etwas höheren vorläufigen Umsatzes heben wir die Umsatzprog-nose für das laufende Geschäftsjahr 2026 auf 496,80 Mio. € (alte GBC-Prognose: 489,95 Mio. €) leicht an, die Ergebnisprognosen bleiben jedoch un-verändert. Eine wesentliche Grundlage für die Fortsetzung des Wachstumskur-ses ist der erneut deutlich gesteigerte Auftragseingang. Mit 550 Mio. € (VJ: 423,2 Mio. €) führte er zu einem starken Anstieg des Auftragsbestandes um über 42 % auf 335 Mio. € (VJ: 234,9 Mio. €). In diesem Kontext ist auch der im Februar 2026 gemeldete Zuschlag für die Lieferung der Anschlusstechnik für die Offshore-Windparks Nordlicht I (980 MW) und Nordlicht II (630 MW) des Energieversorgers Vattenfall zu sehen. Mit einem Auftragsvolumen im oberen einstelligen Millionenbereich erlangt die PFISTER zugleich einen direkten Kon-takt zu einem der größten Strom- und Wärmeversorgern Deutschlands.
Auf Basis der unveränderten Ergebnisprognosen behalten wir unser Bewer-tungsmodell unverändert bei und bestätigen damit das bislang ermittelte Kurs-ziel von 85,00 €.