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  • Matthias Greiffenberger

Research Comment - MS Industrie AG - 02.04.2026

Positive Ergebniseffekte nach Erwerb Betriebsimmobilie; Vorläufige Ergebnisse 2025 unter Erwartungen

Am 1. April 2026 hat die MS Industrie AG die Eckdaten der vorläufigen Zahlen für das Jahr 2025 veröffentlicht. Bei einem konsolidierten Umsatz von rund 145 Mio. € wurde im Geschäftsjahr 2025 ein EBITDA von 6,2 Mio. € (vor Anlaufkosten für den US-Standort) bzw. ein EBITDA von 4,0 Mio. € (nach Anlaufkosten für den US-Standort sowie unter Berücksichtigung von Wechselkurseffekten) erzielt. Damit wurde die untere Bandbreite der Umsatz-Guidance (145 Mio. € bis 150 Mio. €) erreicht. Auch das EBITDA vor Anlaufkosten lag, wie vom Unternehmen zuletzt in der 9-Monatsberichterstattung in Aussicht gestellt, leicht über dem Vorjahreswert. Während unsere Umsatzprognosen (siehe Research Comment vom 19.11.2025) weitestgehend als erfüllt zu betrachten sind, hatten wir mit 7,82 Mio. € ein deutlich höheres EBITDA erwartet. Hierfür war insbesondere das schwächer als erwartet ausgefallene vierte Quartal 2024 verantwortlich, welches infolge niedrigerer Abrufzahlen den unterjährig niedrigsten Umsatz- und EBITDA-Beitrag (0,8 Mio. €) geleistet hat.

Nach Berücksichtigung der Anlaufkosten für den US-Standort in Höhe von -1,7 Mio. € sowie von negativen Wechselkurseffekten auf Steuerforderungen in den USA in Höhe von -0,5 Mio. € lag das vorläufige EBT mit -5,4 Mio. € ebenfalls deutlich unter unseren Erwartungen (die GBC-Prognose lag bislang bei -1,38 Mio. €). Neben dem niedrigeren EBITDA wirkten sich hier zudem stichtagsbezogene Wertanpassungen von Minderheitsbeteiligungen (Deutsche Elektromotoren Holding und MS Ultraschall Technologie GmbH) in Höhe von rund -1,3 Mio. € belastend aus.

Mit der Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen gab die Gesellschaft zudem den Erwerb der Betriebsimmobilie am Standort Trossingen bekannt. Dieser ist zum 31.03.2026 erfolgt und wird die künftigen Kosten der Gesellschaft deutlich entlasten. Dem Wegfall der bisherigen Mietaufwendungen in Höhe von rund 2,6 Mio. € pro Jahr steht ein Anstieg der Abschreibungen um jährlich 0,9 Mio. € gegenüber. Da der überwiegende Teil des Kaufpreises von rund 20 Millionen Euro zu rund 17 Millionen Euro fremdfinanziert wird, wird das Finanzergebnis um rund 1,1 Millionen Euro niedriger ausfallen. Im Finanzergebnis sind neben den höheren Finanzaufwendungen auch der Wegfall des bisher anteiligen Ergebnisses aus der Objektgesellschaft, die bislang als Beteiligung gehalten wurde, enthalten.

Auf Basis eines aktuellen Auftragsbestandes in Höhe von etwa 80 Mio. € erwartet der Vorstand für das laufende Geschäftsjahr 2026 einen Umsatz in Höhe von rund 155 Mio. €. Neben der positiven Entwicklung der Abrufzahlen wichtiger Schlüsselkunden aus dem Lkw-Segment dürften im laufenden Geschäftsjahr auch erstmals nennenswerte Umsätze des US-Standorts in Höhe von rund 5 Mio. € enthalten sein. Damit setzt die Gesellschaft sukzessive die Strategie um, Umsätze mit Kunden außerhalb des Lkw-Segments zu steigern, um die Abhängigkeit von diesem konjunktursensitiven Segment zu reduzieren.

Wir behalten unsere Schätzungen für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 unverändert bei, beziehen jedoch erstmals die Effekte des Immobilienerwerbs ein. Da diese nur anteilig für drei Quartale einbezogen werden, fallen sie für das laufende Geschäftsjahr 2026 geringer aus als für das kommende Geschäftsjahr. Daher heben wir unsere EBITDA-Schätzung für 2026 auf 12,64 Mio. € (bisherige Schätzung: 10,69 Mio. €) sowie für 2027 auf 14,74 Mio. € (bisherige Schätzung: 12,14 Mio. €) an. Entsprechend den von der Gesellschaft erwarteten Auswirkungen haben wir diese auch für die nachfolgenden Ergebniskennzahlen berücksichtigt. Folglich heben wir das EBIT für 2026 auf 5,96 Mio. € (bisherige Schätzung: 4,69 Mio. €) und für 2027 auf 7,84 Mio. € (bisherige Schätzung: 6,14 Mio. €) an.

In unserem DCF-Bewertungsmodell haben wir darüber hinaus den Objektzugang in Höhe von 20 Mio. € berücksichtigt. Dies wird für das laufende Geschäftsjahr 2026 zu einem deutlich negativen freien Cashflow (GBC-Schätzung: -13,06 Mio. €) führen. Demgegenüber steht der Zugang von Bankverbindlichkeiten in Höhe von rund 17 Mio. €, wodurch sich die im WACC berücksichtigte Zielgewichtung zugunsten der Fremdkapitalkosten verschiebt.

Insgesamt heben sich die im Bewertungsmodell neu berücksichtigten Annahmen (Ergebnisprognosen wurden angehoben, es wurde ein Liquiditätsabfluss für den Immobilienerwerb berücksichtigt und das WACC wurde verändert) gegenseitig auf, weshalb wir das bisherige Kursziel von 2,50 € bestätigen. Wir vergeben daher weiterhin das Rating KAUFEN.
Underlying
MS Industrie AG

GCI Management is a consulting firm. Co. consults in the auto industry, manufacturing and engineering, infrastructure, transport, corporate real estate, and health industries.

Provider
GBC AG
GBC AG

Die GBC AG mit Sitz in Augsburg ist eines der führenden bankenunabhängigen Investmenthäuser in Deutschland und erfahrener Emissionsexperte für den deutschen Mittelstand.

Die GBC AG kennt als eigentümergeführtes Unternehmen die Bedürfnisse des deutschen Mittelstandes im Finanzierungsbereich und ist ein unabhängiger und verlässlicher Partner bei allen Fragestellungen rund um den Kapitalmarkt.

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Die GBC Kapital GmbH ergänzt die Leistungen in der Gruppe um das Corporate Finance in den Bereichen Platzierung & Vermittlung von Anleihen und Aktien

Analysts
Cosmin Filker

Matthias Greiffenberger

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