Researchstudie (Note) – Somec S.p.A. - 20.04.2026
GJ 2025 mit starker Profitabilitäts- und Cashflow-Verbesserung abgeschlossen; hoher Auftragsbestand eröffnet Wachstumspotenzial
Umsatzentwicklung GJ 2025
Am 25.03.2026 hat der Somec-Konzern seine vorläufigen Geschäftszahlen für das vergangene Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht. Hiernach musste die Engineering-Gesellschaft v.a. aufgrund von negativen Wechselkurseffekten und der verstärkten Fokussierung auf margenträchtigere Projekte einen Konzernumsatzrückgang um 3,3% auf 370,02 Mio. € (VJ: 382,82 Mio. €) hinnehmen. Auf Basis konstanter Wechselkurseffekte betrug der Umsatzrückgang 2,1%.
Hinsichtlich der Umsatzzusammensetzung entfiel der überwiegende Teil der Konzernumsatzerlöse (ca. 59,4%) auf die Kernsparte „Horizons“. In diesem Geschäftsbereich wurde hauptsächlich durch negative Wechselkurseffekte (umsatzbelastender Effekt: ca. 4,0 Mio. €) und Verzögerungen bei der Fertigstellung von Glasfassadenprojekten in USA und Europa ein signifikanter Umsatzrückgang um 8,0% auf 219,8 Mio. € (VJ: 239,0 Mio. €) verzeichnet. Daneben hat auch die verstärkte strategische Fokussierung auf margenstärkere Glasfassadenprojekte mit besonders hoher Wertschöpfung die Erlösentwicklung negativ beeinflusst.
Entgegengesetzt entwickelte sich hingegen das zweitgrößte Segment „Mestieri“ mit einem deutlichen Umsatzerlösanstieg um 6,4% auf 95,3 Mio. € (VJ: 89,6 Mio. €). Das erzielte Wachstum wurde durch bedeutende Umsatzbeiträge aus Schiffsausstattungsprojekten und zunehmende Synergien zwischen den drei Geschäftsbereichen befeuert. Laut Unternehmensangaben haben die in den letzten Monaten gewonnenen, großen, prestigeträchtigen Aufträge den erfolgreichen Ansatz des Managements für die „Mestieri“-Sparte bestätigt, der auch durch eine verstärkte Integration des Geschäftsbereichs in den Konzern vorangetrieben wurde.
Auch im volumenmäßig kleinsten Segment „Talenta“ wurde ein deutlicher Umsatzanstieg um 6,1% auf 62,5 Mio. € (VJ: 58,9 Mio. €) erzielt. Das Erlöswachstum basierte auf einem Anstieg des Projektvolumens im Segment Küchen und Gastronomiebereiche des Schiffsbausektors. Die verzeichnete Ausweitung der maritimen Umsatzerlöse wurde durch eine stärkere Präsenz in ausländischen Werften gestützt und hat damit die Marktposition des Konzerns unter den Branchenführern in diesem Bereich gefestigt.
Auch die Auftragslage des Somec-Konzerns hat sich positiv entwickelt. So konnte das Unternehmen seinen Auftragsbestand zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahresstichtag signifikant auf 771,0 Mio. € (31.12.2024: 744,0 Mio. €) ausbauen. Zudem hat die Engineering-Gesellschaft auch über den Bilanzstichtag 31.12.2025 hinaus bereits Aufträge im Gesamtwert von mehr als 95,0 Mio. € erhalten.
Unsere Konzernumsatzschätzung wurde damit (Umsatz GBCe: 387,76 Mio. €) insbesondere aufgrund eines deutlich schwächer als erwartet verlaufenden „Horizons“-Kernsegments (v.a. hinsichtlich der Top-Line-Performance im Schlussquartal) verfehlt.
Ergebnisentwicklung im GJ 2025
Ergebnisseitig konnte der Somec-Konzern trotz der rückläufigen Umsatzentwicklung v.a. dank der zunehmenden Konzentrierung auf margenträchtigere Projekte auf allen Ergebnisebenen deutliche Ertrags- und damit Profitabilitätsverbesserungen erreichen. So hat das operative Ergebnis (EBITDA) deutlich um 12,7% auf 33,32 Mio. € (VJ: 29,58 Mio. €) zugelegt. Gleichzeitig verbesserte sich die EBITDA-Marge signifikant auf 9,0% (VJ: 7,7%). Der Margenanstieg reflektiert die Mehrjahres-Managementstrategie mit dem verstärkten Fokus auf ausgewählte margenstarke Aufträge, einer (besseren) Ausbalancieung des Umsatzmixes und höheren Kosteneffizienzen.
Korrigiert um angefallene Sondereffekte (z.B. aus Restrukturierungen oder Einmaleffekten) wurde sogar ein deutlicher Anstieg des bereinigten EBITDA (Adj. EBITDA) um 14,0% auf 34,31 Mio. € (VJ: 30,09 Mio. €) erzielt. Die bereinigte EBITDA-Marge (Adj. EBITDA-Marge) konnte ebenso signifikant auf 9,3% (VJ: 7,9%) gesteigert werden.
In Bezug auf die Ergebniszusammensetzung entfiel der überwiegende Teil des Konzern-EBITDA (ca. 61,0% des Konzern-EBITDAs) auf das Kerngeschäftsfeld „Horizons“, wobei der primäre Ergebnistreiber v.a. die „Mestieri“-Sparte war. Das „Horizons“-Segment musste, bedingt durch ein schwächeres Glasfassadenbusiness, welches insbesondere durch Rohstoffzölle auf dem US-Markt negativ beeinträchtigt wurde, einen signifikanten Rückgang des Adj. EBITDA auf 20,9 Mio. € (VJ: 25,5 Mio. €) hinnehmen. Deutlich robuster entwickelte sich die Adj. EBITDA-Marge dieses Segments, welche moderat auf 9,5% (VJ: 10,7%) zurückgegangen ist und sich damit weiterhin im nahezu zweistelligen Margenniveau bewegt.
Deutlich konträr hierzu entwickelte sich das „Mestieri“-Segment mit einem sprunghaften Anstieg des Adj. EBITDA auf 8,3 Mio. € (VJ: 0,3 Mio. €) und einer dynamischen Verbesserung der Adj. EBITDA-Marge auf 8,8% (VJ: 0,4%). Diese enorme Kennzahlenverbesserung ist primär auf eine starke Performance im Bereich der Schiffsinteriorsprojekte zurückzuführen, die auch von in den vergangenen Jahren durchgeführten Reorganisation- und Reintegrationsmaßnahmen (u.a. Umstrukturierung des Managements und Verbesserung des Projektmanagements) innerhalb des Segments deutlich profitiert hat.
Ebenso positiv hat sich die „Talenta“-Sparte entwickelt mit einem signifikanten Adj. EBITDA-Zuwachs um 19,0% auf 5,0 Mio. € (VJ: 4,2 Mio. €), woraus sich eine im Vergleich zum Vorjahr verbesserte Adj. EBITDA-Marge von 8,0% (VJ: 7,2%) ergab. Der deutliche Ergebnisanstieg basiert auf einer starken Performance bei maritimen Projekten im Bereich der Schiffsküchen.
Die positive Ergebnisentwicklung spiegelt sich auch in einer deutlichen Verbesserung des Cashflows aus operativen Geschäftsaktivitäten wider. So konnte der operative Cashflow infolge der weiteren signifikanten Margenverbesserung und deutlich positiven Effekten aus Working Capital-Optimierungsmaßnahmen zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahr deutlich auf 37,60 Mio. € (31.12.2024: 27,44 Mio. €) erhöht werden.
Durch die starke Cash-Generierung wurde die Nettoverschuldung (Net Financial Position / NFP) und der Verschuldungsgrad (Leverage NFP / EBITDA) deutlich auf 36,5 Mio. € (VJ: 58,6 Mio. €) bzw. 1,06x (VJ: 1,95 x) verbessert. Bis zum Ende des aktuellen Geschäftsjahres stellt die Engineering-Gesellschaft sogar eine weitere Verbesserung des „Leverages“ von unter 1,0x in Aussicht.
Damit hat der Somec-Konzern seine qualitative Guidance bezüglich einer deutlichen operativen Margenverbesserung und Reduzierung des Verschuldungsgrades („Leverage“-Senkung) erfüllt. Auch unsere EBITDA-Prognose (GBCe: 33,17 Mio. €) wurde erreicht.
Unter weiterer Berücksichtigung von Abschreibungs-, Finanzierungs- und Steuereffekten wurde zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres ein deutlich verbessertes Konzernnettoergebnis (nach Minderheiten) in Höhe von 4,82 Mio. €
(VJ: -3,30 Mio. €) erzielt.
Prognosen und Modellannahmen
Mit der kürzlichen Veröffentlichung der vorläufigen Geschäftszahlen hat der Somec-Konzern keinen detaillierten Ausblick auf das aktuelle Geschäftsjahr 2026 bekannt gegeben. Dennoch hat sich das Somec-Management im letzten Conference-Call optimistisch gezeigt, dass das Unternehmen aufgrund des derzeit starken Auftragsbestands im laufenden Geschäftsjahr wahrscheinlich wieder auf den Wachstumskurs zurückkehren wird.
Angesichts der unter unseren Erwartungen verlaufenen Umsatzentwicklung im vergangenen Geschäftsjahr und dem zunehmenden schwierigeren Umfeld (Iran-Konflikt, Zollbelastungen, Ölpreisschock etc.) für die Gesellschaft, haben wir unsere bisherigen Umsatzschätzungen nach unten angepasst. Für das aktuelle Geschäftsjahr 2026 und 2027 kalkulieren wir nun mit Konzernumsätzen von 379,94 Mio. € (zuvor: 401,23 Mio. €) bzw. 389,87 Mio. € (zuvor: 419,83 Mio. €). Hinsichtlich des Folgejahres 2028, welches wir erstmals in unsere Detailschätzperiode aufgenommen haben, rechnen wir mit Umsatzerlösen von 399,73 Mio. €.
In Anbetracht der zuletzt starken Margen- und Cashflow-Verbesserung, die im Rahmen unserer Erwartungen lag, haben wir unsere bisherigen Ergebnisschätzungen lediglich leicht reduziert. Für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 gehen wir nun von einem EBITDA in Höhe von 36,25 Mio. € (zuvor: 36,53 Mio. €) bzw. 38,13 Mio. € (zuvor: 39,79 Mio. €) aus. Bezüglich des darauffolgenden Geschäftsjahr 2028 kalkulieren wir mit einem weiteren EBITDA-Anstieg auf 40,53 Mio. €. Entsprechend sollte sich parallel zum erwarteten Wachstum die EBITDA-Marge von zuletzt 9,0% weiter schrittweise verbessern können auf prognostizierte 10,1% im Geschäftsjahr 2028.
Vor dem Hintergrund des starken Auftragsbestands zum Geschäftsjahresende 2025 in Höhe von 771,0 Mio. € und der im bisherigen Jahresverlauf weiter gewonnenen Aufträge im Gesamtvolumen von fast 100,0 Mio. €, sollte es Somec gelingen, im aktuellen Geschäftsjahr wieder auf den Wachstumskurs zurückzukehren. Als kurz- und mittelfristiger Wachstumstreiber sollte sich weiterhin das maritime Business des Konzerns innerhalb der verschiedenen Sparten und das noch relativ junge „Mestieri“-Wachstumsprojekt erweisen. Die „Mestieri“-Sparte hat zuletzt stark an Momentum gewonnen und sollte v.a. durch die verstärkte Ausrichtung auf das vielversprechende „Luxury Hospitality“-Segment (Luxushotels, Resorts, Boutiquen etc.) seinen Expansionskurs weiter fortsetzen können.
Basierend auf unseren angepassten Prognosen haben wir ein neues Kursziel in Höhe von 22,70 € (zuvor: 23,35 €) errechnet. Unsere leichte Kurszielsenkung resultiert aus unserer Erhöhung der Kapitalkosten infolge des angestiegenen risikofreien Zinses (von zuletzt 2,5% auf derzeit 3,0%). Kurszielerhöhend wirkte der erstmalige Einbezug des Geschäftsjahres 2028 in unsere Detailschätzperiode, der zu einer höheren Ausgangsbasis für die Prognosen der darauffolgenden Geschäftsjahre führte. In Bezug auf das aktuelle Kursniveau vergeben wir weiterhin das Rating „Kaufen“ und sehen ein deutliches Kurspotenzial in der Somec-Aktie.